Chronik 1919 – 1932
Die Schützengesellschaft „St. Andreas zu Velmede“ während der Weimarer Republik
1919 – 1925
Die Weimarer Republik entstand als Folge der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Die konservativen politischen Eliten der Vorkriegszeit im Umfeld von Kaiser Wilhelm II. hatten ihren breiten Rückhalt in der Bevölkerung verloren. Die Augustbegeisterung vom Kriegsbeginn 1914 endete im Oktober 1918 in Enttäuschung und Bestürzung. Dies lag hauptsächlich daran, dass die tatsächliche militärische Lage des Reiches schöngeredet worden war. Außerdem standen keine feindlichen Truppen auf deutschem Boden, was die Niederlage schwerer nachvollziehbar machte.
Die Friedensbedingungen der Siegermächte wurden für Deutschland im französischen Versailles verhandelt. Hierbei hatte, entgegen bisheriger völker-rechtlicher Gepflogenheiten, die deutsche Seite kein Mitspracherecht. Ihre Delegation wurde hinter Stacheldraht interniert. Die Vertreter der Verliererstaaten hatten lediglich die Aufgabe, die Friedensbedingungen entgegenzunehmen.
Das ganze Verfahren war schmachvoll und provozierte grundsätzlichen Widerwillen bei allen Verliererstaaten. Das 14-Punkte-Programm des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson vom Januar 1918 wurde seitens der europäischen Siegermächte nicht umgesetzt. Allerdings hatte das Deutsche Reich dieses Programm zum damaligen Zeitpunkt abgelehnt.
Die wichtigsten Bestimmungen mit Bezug auf Deutschland lauteten:
- Gebietsabtretungen (Elsass-Lothringen, Westpreußen, Posen, Teile Hinterpommerns und Teile Ostpreußens)
- Verbot des Anschlusses Österreichs
- Abtretung aller Kolonien
- Beschränkung der militärischen Leistungskraft (100.000-Mann-Heer, 15.000- Mann-Marine)
- Entmilitarisierte Zone (50 km rechtsrheinisch)
- Reparationsleistungen (Höhe bleibt offen)
- Kriegsschuld liegt bei Deutschland
Letztlich gab es kaum eine Alternative, um dem Versailler Prozedere zu entgehen. Deutschland wäre anderenfalls voraussichtlich komplett besetzt worden. Auch hatte der Teilfriede von Brest-Litowsk mit der jungen Sowjetunion vom 3. März 1918 die Hoffnung geweckt, dass der Krieg noch zu gewinnen sei.
Am 29. September 1918 gestand die Oberste Heeresleitung die deutsche Niederlage ein und forderte von der politischen Führung die Einleitung sofortiger Waffenstillstandsverhandlungen. Dies wirkte schockartig auf die deutsche Gesellschaft, die in keiner Weise auf eine solch dramatische Negativmeldung vorbereitet worden war. Weil sich die militärische Führung unter Hindenburg und Ludendorff der Verantwortung entzogen hatte, konnte sich später die sogenannte Dolchstoßlegende entfalten. Sie war von Hindenburg in dem Sinne formuliert worden, dass mangelnde innenpolitische Unterstützung im Reich zur Niederlage geführt habe.
Am 3. Oktober wurde Prinz Max von Baden zum Reichskanzler einer Regierung unter Beteiligung der demokratischen Parteien ernannt (SPD, Zentrum, Liberale). Kurz darauf erging ein deutsches Waffenstillstandsersuchen an den amerikanischen Präsidenten Wilson. Mit einer Verfassungsreform (Oktoberverfassung) wurde in den Tagen vom 24. zum 28. Oktober die parlamentarische Monarchie im Reich eingeführt.
In Kiel versammelten sich am 3. November 1918 etwa 5000 Menschen, die gegen die drohende Bestrafung der Meuterer der Hochseeflotte protestierten. Während des anschließenden Demonstrationszuges kam es zu einer Schießerei mit Marinekräften, bei der acht Tote und 29 Verletzte zu beklagen waren. Am Folgetag verweigerten weitere Truppenteile den Gehorsam. Die Revolution hatte begonnen.
Innerhalb einer Woche breiteten sich die Aufstände in ganz Deutschland aus. In München trat am 7. November der erste regierende deutsche Monarch von seinen Amtsgeschäften zurück, am 9. November folgte die Abdankung Kaiser Wilhelms II. Mit der Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann (SPD) am Nachmittag des 9. November wurden in Berlin Tatsachen geschaffen, die nicht mehr umkehrbar waren. Das Deutsche Reich wurde zur Republik.
Mit der Ausrufung der Waimarer Republik durch Philipp Scheidemann (SPD) am Nachmittag des 9. November 1918 wurden in Berlin Tatsachen geschaffen, die nicht mehr umkehrbar waren. Friedrich Ebert (SPD) hatte diesen Schritt zu verhindern gesucht.
Nach dem Krieg befand sich die deutsche Wirtschaft in Trümmern, die Bevölkerung am Boden. Die Menschen durchlebten eine Wirtschaftskrise, viele vom Krieg Traumatisierte oder Verletzte konnten nicht mehr arbeiten und verfielen in Armut, die meisten konnten nicht mehr für ihre Familien sorgen. Auch in Velmede-Bestwig gab es viele Fragen nach dem Danach: Wie geht es nach dem Kriegsende weiter? Stellt sich die Normalität automatisch wieder ein? Welche Schäden und Spuren hat der Krieg in unserer Familie, in unserem Dorf hinterlassen?
Die enormen Kosten des Krieges beeinflussen nachhaltig die Wirtschaft und führten und zu einer Inflation, der Vertrag von Versailles demütigte das deutsche Volk. Trauer um gefallene und schwer verwundete Familienmitglieder, Hunger, Krankheit sowie weitere gesundheitliche Auswirkungen des Krieges waren auch in Velmede und Bestwig in den Jahren 1918 und 1919 für die meisten Teil ihres Alltags.
Doch wider Erwarten trafen sich schon bald nach dem großen Krieg die Mitglieder der Schützengesellschaft am 27. Juli 1919 erstmals zu einer außergewöhnlichen Generalversammlung in der Schützenhalle wieder. Auf Antrag der Schützenbrüder Lorenz Strauß, Carl Gödde, Eberhard Melches, Franz Dolle, Wilhelm Fröhling, Wilhelm Burmann, Josef Hücker, Heinrich Vogel, Karl Schmidt, Franz Roppertz und Hubert Schnier wurde eine Kriegerheimkehrfeier beschlossen, die gemeinsam mit der politischen Gemeinde Velmede veranstaltet wurde. In ihren Festansprachen appellierten Amtmann von Borries und Pastor Anton Nies, dass es die erste Nachkriegsaufgabe der Schützengesellschaft und des Kriegervereins sein müsse, eine Erinnerungsstätte für die Kriegsopfer zu errichten. Diese solle die Menschen an die Opfer des Krieges erinnern und sie mahnen, den Frieden unter den Völkern weniger in Urkunden und Verträgen als vielmehr in ihren Herzen zu verbriefen, so Pastor Nies. Die Vereinsvorstände trafen sich daraufhin erstmals im August 1919, um über den Bau eines Kriegerdenkmals zu beratschlagen. Als möglichen Standort wollten sie der politischen Gemeinde und der Pfarrei das Gelände neben dem Pastorat vorschlagen, wo bis zum Brand 1889 die Gastwirtschaft Mütherig gestanden hatte.
291 Schützenbrüder zählte die Schützenbruderschaft zu Beginn des Jahres 1919. Bis Juli traten dann 104 weitere „junge Schützen“ dem Verein bei.

Könige 1919 – 1925
- 1919 Josef Gödde
- 1920 Anton Hengsbach
- 1921 Alois Stappert
- 1922 Anton Kohle
- 1924 Alois Simon
- 1925 Bernhard Hengsbach
Gecks 1919 – 1925
- 1919 Josef Stratmann
- 1920 Wilhelm Strauß
- 1921 Heinrich Mündelein
- 1922 Heinrich Häger
- 1924 Josef Koßmann
- 1925 Ludwig Häger














Am 5. August nahm der Gesamtvorstand in Meschede an einer Gedenkfeier des Westfalenbundes für die im Weltkrieg gefallenen Helden teil. Gemeinsam mit den Vertretern des Kriegervereins bekamen sie hier letzte Impulse zum zügigen Vorantreiben des Baus einer Kriegergedenkstätte. Um das ehrgeizige Projekt finanzieren zu können, veranstaltete der Kriegerverein verschiedene Feste und Theateraufführungen. So wurde 1922 in der Schützenhalle das Vaterländische Schauspiel von Maximilian Böttcher „Tauroggen“, ein Drama um General Johann Yorck, Graf von Wartenburg und seiner Offiziere, mit großem Erfolg mehrfach aufgeführt. Die aufwendigste Theater-aufführung der Laienspielschar Velmede unter der Regie von Franz-Josef Kohle erlebte Velmede dann im Spätsommer 1923. „In seltener Einigkeit wirkten alle Teile der Velmeder Bevölkerung mit,“ berichtete F. J. Kohle später darüber, wie mehr als 50 Velmeder Männer, Frauen und Kinder Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“ in Szene setzten. Die größte Besetzung, eine umfangreiche Ausstattung und ein wunderbares Bühnenbild zog ein begeistertes Publikum zu einer ganzen Reihe von Vorstellungen in die Schützenhalle. Schnell hatte sich die Qualität der Aufführung um die Geschichte von Freiheit, Unabhängigkeit und Gerechtigkeit in den umliegenden Dörfern herumgesprochen. Mehrere Tausend Besucher erlebten das Drama um den berühmten Apfelschuss. Der Erlös war ebenfalls für den Bau des Kriegerdenkmals bestimmt, darum stellte die Schützenbrüder ihre Halle für die Theaterdarbietungen kostenlos zur Verfügung und übernahmen die Zapf- und Kellnerdienste.


Hunderte Kriegsveteranen aus den Kriegervereinen der benachbarten Ortschaften, Schützenbrüder aus Heringhausen, Ostwig, Bestwig, Nuttlar und Velmede sowie Vertreter der kirchlichen und politischen Gemeinde trafen sich am 4. Oktober 1925, um das Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkrieges mit einer Gedenkfeier einzuweihen. Nach einer Heiligen Messe für die gefallenen Soldaten segnete Dechant Nies das neu errichtete Ehrenmal und mahnte in seiner Festrede, den Kriegstoten ein ehrendes Andenken zu bewahren und den Frieden zu schützen. Anschließend trafen sich die Gäste zu einer Gedächtnisfeier zu Ehren der gefallenen Krieger in der Schützenhalle. Mit dem Chorgesang „Tiefe Nacht liegt auf der Erde“ eröffnete der Männergesangverein MGV Velmede die Feier.

Die Festansprache von Vikar Zumdick wurde umrahmt von Deklamationen „Unsere Toten“, „Deutsche Mütter“ und „Soldatenabschied“, Die Laienspiel-schar stellte in lebenden Bildern Szenen wie „Soldatenabschied“ mit einem Segenswunsch für die ausziehenden Krieger, „Der tote Soldat“ und „Das Heldengrab“, von Musikstücken der gerade gegründeten Feuerwehrkapelle begleitet, vor. Unter dem Leitgedanken „Erinnerung“ mahnte der 1871 gegründete „Armen-Seelen-Verein“ der Pfarrei Velmede, dass es ein heiliger und heilsamer Gedanke sei, für die verstorbenen Krieger zu beten, zu opfern und durch gute Werke und heilige Messopfer das Andenken an die Toten zu bewahren. Mit dem Liedvortrag “Mag auch die Liebe weinen“ des MGV Velmede endete die Gedächtnisfeier.

Vorstand 1923
- 1. Vorsitzender Dr. Franz Josef Kohle
- 1. – 4. Offizier Heinrich Schäfer, Joseph Mündelein, Lorenz Strauß und Karl Henneke,
- Männerfähnrich Josef Hesse,
- Junggesellen-Fähnrich Josef Steinberg,
- Tanzordner Heinrich Köster, Josef Stappert, Josef Römer und Josef Hillebrand,
- 1.Unteroffizier Franz Wendt
- 2. Unteroffizier Eberhard Melches


Die noch junge Weimarer Republik erwartete 1923 eine schwere Bewährungsprobe, die auch an der Schützengesellschaft Velmede nicht spurlos vorbei gehen sollte. Deutschlands Wirtschaft lag am Boden, der Staat war zahlungsunfähig, die Inflation als Spätfolge des Ersten Weltkriegs explodierte. Die Materialschlachten des Ersten Weltkriegs hatten nicht nur Millionen von Menschen-leben gefordert, sie bedeuteten auch eine immense Kapitalvernichtung. So ging im Zuge der großen volkswirtschaftlichen Probleme auch das Vereinsvermögen der Schützengesellschaft Velmede in Rauch auf. Betrug das Vereinsvermögen 1922 noch 3650 Mark, blähte sich dieses binnen weniger Tage bereits auf 819236 Mark auf. Der auf der Generalversammlung vom 27. Mai neugewählte Vorstand um Dr. Josef Kohle stand vor dem Nichts. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde am 17. Juni, also zwei Wochen vor dem geplanten Schützenfest, über dessen Durchführung gerungen. Im Protokollbuch ist nachzulesen:
„Nach langer Debatte verlief dieselbe ergebnislos und wurde dieselbe da der größte Teil der Schützenbrüder die Halle verlassen hatte vom Vorsitzenden geschlossen.“ Angesichts der Geldentwertung hätte am Samstagabend, dem 30. Juni, ein Glas Bier fünf Millionen Mark gekostet. Es war voraussehbar, dass der Preis bis zum 2. Juli weiter hochschnellen würde. So sollte die Schützengesellschaft ihrem Lieferanten Hubert Schnier das Bier nicht in Mark und Pfennig, sondern mit einer Lieferung Weizen, „guten Fleischwaren und Lebendvieh je nach Bier-Verbrauch“ bezahlen. Kurzentschlossen sagte der Vorstand wegen der Inflation das Schützenfest ab. Saniert waren dagegen die Schuldner. Wer sich etwa 1921 für den Hausbau oder anderweitigen Grundbesitz verschuldet hatte, war über Nacht seine Schulden los. Gemäß dem Grundsatz „Mark gleich Mark“ konnten Kredite, die bei einem stabilen Kurs aufgenommen worden waren, mit entwerteter Währung zurückgezahlt werden. Größter Profiteur war der Staat. Seine gesamten Kriegsschulden in Höhe von 154 Milliarden Mark beliefen sich, als am 15. November 1923 die Rentenmark als neue Währung eingeführt wurde, auf gerade einmal 15,4 Pfennige.
In den Jahren des 1. Weltkriegs waren die Glocken des Geläuts der St. Andreaskirche zu Kriegszwecken requiriert und in Waffen umgeschmolzen worden. Nur die Klepp-Glocke, die kleinste, war der Gemeinde geblieben. Sechs Jahre nach Kriegsende erhielt die Kirche am 30. April 1924 drei neue Glocken, die in Gescher von der Firma Petit und Gebrüder Edelbrock gegossen wurden. Die große Feuerglocke mit dem Ton E hatte einen Durchmesser von 1,34 Metern und zeigte auf der einen Seite ein Bild des Heiligen Andreas, auf der anderen einen sterbenden Soldaten. Ihre Inschrift lautete:
„Zu Ehren des hl. Andreas, des Patrons dieser Kirche.
Euch, die man fern in’s Grab gesenkt,
Soll mein Klingen Botschaft bringen,
Daß die Heimat Euer denkt.
1924 Zum Andenken an die gefallenen Krieger von Velmede-Bestwig.“

Das Gewicht dieser Glocke betrug 1470 Kilogramm. Erneut spendeten die Mitglieder der Andreas-Schützengesellschaft und übernahmen trotz leerer Kassen die Kosten dieser Glocke.
Die zweite Glocke wurde der Kirche vom Männergesangverein gestiftet. Sie war mit dem Bild der Gottesmutter Maria geschmückt, hatte einen Durchmesser von 1,11 Metern und wog 810 Kilogramm. Die Marienglocken läutete im Ton G und trug die Inschrift:
„Maria, holde Königin,
Zu des Himmels hohem Saale
Schwing zu Dir mit jedem Schalle
Sich der Gruß der Engel hin.
Gewidmet vom hiesigen Männergesangverein 1924“
„Mit der Glocke Schalle
Grüßen wir Dich tausendmal.
Bitte daß wir alle Einst
Dich seh’n im Himmelssaal“,
lautete die Inschrift der 550 Kilogramm schweren dritten Glocke mit dem Ton H. Sie zeigte das Bild des Heiligen Josef.

Die festlich geschmückten Glocken wurden am Bahnhof auf Pferdefuhrwerke umgeladen und dann von Hegeners Hof in einer feierlichen Prozession zur St. Andreaskirche geleitet. Velmedes Schülerinnen und Schüler, der Schützenvorstand in Festtagsuniform, alle katholischen Vereine, sowie die Freiwillige Feuerwehr mit ihrer Kapelle, der Kriegerverein, der MGV und der Turnverein nahmen mit ihren Fahnenabteilungen an diesem Festumzug teil. Der Glockenweihe durch Dechant Nies gaben der Männergesangverein und Feuerwehrkapelle mit ihren musikalischen Beiträgen einen besonderen Rahmen.
Nuttlar, den 12. November 1923
An den Vorstand
der Kirchengemeinde Velmede
z.Hd. des Vorsitzenden Herrn Dechant Nies Hochwürden
Velmede.Sehr geehrter Herr Dechant!
In der Anlage übersende ich Ihnen den Pachtvertrag, wie ihn der Schützenvorstand in seiner letzten Versammlung beschlossen hat. Die wesentlichen Abänderungen sind folgende :
1. Der Schützenvorstand hält 1 Ctr. pro Morgen also insgesamt 1V3 Ctr. Roggen als Pachtsumme für angemessen. Er ging dabei von der Erwägung aus, daß Ihnen die Grasnutzung verbleibt, daß der Zaun unterhalten werden muß und daß bei kirchlichen Veranstaltungen die Halle frei zur Verfügung gestellt wird, obwohlja dabei eine Abnutzung des Inventars und Fußbodens nicht zu vermeiden ist.
2. Im Interesse des Schützenvorstandes ist der 1. Werktag des Monats Juli als Stichtag angebracht, da Ende Juni bzw. Anfang Juli nach altem Brauch das Schützenfest gefeiert wird und dann gewöhnlich genügend Geld vorhanden ist, um die Pachtsumme aufbringen zu können. Soweit die Meinung des Vorstandes.
Ich möchte Sie persönlich bitten, sich möglichst dafür zu verwenden, daß der Vertrag so angenommen wird. Denn es war schon schwierig, auf diese Weise die Meinungen zusammenzubringen. Zudem ist die Schützenbruderschaft ein Verein, der nach Entstehung und Werdegang kirchlichen Wohlwollens gewiß würdig ist
Mit hochachtungsvollem Gruß Ihr sehr ergebener
D. Kohle
Pachtvertrag 1923
Zwischen dem Kirchenvorstande und der Schützengesellschaft zu Velmede wurde heute folgendes getätigt:
§ 1 Der Kirchenvorstand verpachtet der Schützengesellschaft die Parzellen Flur a Nr. Z7Vz44 u. 87Z/z44 des Pfarrfonds = rundl 16 Morgen, auf denen die Schützenhalle steht
§ 2 Der Pachtpreis beträgt den Wert von 1 Ctr. Roggen pro Morgen. Er ist bis zum 15. Juli jeden Jahres nach dem Marktpreise der Dortmunder Getreidebörse vom 1. Werktage des Monats Juli zu entrichten.
§ 3 Der Schützenverein benutzt das Grundstück nur zur Abhaltung von Festlichkeiten, Volksversammlungen und Theateraufführungen. Der Graswuchs bleibt dem Eigentümer des Grundstückes vorbehalten.
§ 4 Der Schützenverein übernimmt die Unterhaltung des Zaunes, soweit er sich an der Provinzialstraße und am Kirchhofswege entlang zieht. Nach jedem Feste ist der vorgenannte Zaun innerhalb einer Woche auszubessern, andernfalls der Pfarrer das Recht hat, die Ausbesserung auf Kosten der Gesellschaft vornehmen zu lassen.
§ 5 Die Schützengesellschaft ist verpflichtet, im Schützenzelte kirchliche Feste wie Papstfeiern und Kirchliche Jubiläen u.s.w. sowie Versammlungen des Volksvereins für das kath. Deutschland und des Zentrums abhalten zu lassen. Für diese Zwecke wird die Schützenhalle unentgeltlich zur Verfügung gestellt vorbehaltlich der Vergütung von Schäden, die etwa entstehen z. B. Beschädigung von Beleuchtungskörpern, Gläsern u. dergl.
§ 6 Der Schützenverein wird sich bemühen, seine Festlichkeiten spätestens 1 Uhr nachts zu schließen und die Schuljugend beim Angelusläuten zu entfernen.
v. g. u.
Der Kirchenvorstand
Dechantdie Schützengesellschaft
Schützenhauptmann

Neben der Laienspielschar, dem Kriegerverein, den Sängern und den Turnern des TV Velmede waren in den 20-er Jahren immer wieder auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gäste in der Schützenhalle Velmede.
Beim ersten Feuerwehrfest im August 1922 spielte erstmals die im Januar des gleichen Jahres gegründete Feuerwehrkapelle auf. Über mehr als 50 Jahre war diese Blaskapelle dann die Festkapelle der Schützenbruderschaft.
Für das Schützenfest 1922 wurden als Eintrittsgelder
- Fremdkarten für Herren 20 Mark
- Fremdkarten für Damen 20 Mark
- Tanzkarten für Mitglieder 10 Mark
- und ein freier Eintritt für Festteilnehmerinnen und Festteilnehmer, die nicht tanzen, festgelegt.


Am 22. Januar 1922 gründete sich der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Velmede. Über 50 Jahre spielte sie die Schützenfeste in Velmede-Bestwig.
Die Vorstandssitzungen zwischen 1920 und 1925 fanden abwechselnd in den Gasthöfen Humpert an der Kirche, Mütherich und Becker an der Casseler Chausee (Hauptstraße) statt.



Schützenverein Bestwig 1920





Die Herkunft der Vorstandsmitglieder der Schützengesellschaft Velmede spielte seit ihrer Gründung für ihre Akzeptanz immer eine entscheidende Rolle. Neben der Abstammung aus einer alteingesessenen Familie waren auch das katholische Bekenntnis, die Hochschätzung christlicher Bräuche und Werte sowie eine enge Verbundenheit mit der Heimat notwendige Eigenschaften konservativer Führungspersönlichkeiten. Dass dies nicht mit den Vorstellungen der zugezogenen Beamten und evangelischer Bürger in Bestwig übereinstimmte, war schon in den Debatten vor dem 1. Weltkrieg innerhalb der Schützengesellschaft deutlich geworden. So gründeten zunächst einmal eine Hand voll Bestwiger Bahn- und Postbeamten im Gasthof Hegener 1920 den Schützenverein Bestwig. Der neue Verein richtete sich nicht allein an Mitarbeiter von Bahn und Post, er bot auch den zahlreichen evangelischen Bürgern Bestwigs mehr Aktions- und Mitwirkungs-möglichkeiten als die Velmeder Andreas-Schützengesellschaft. Schon beim ersten Schützenfest im folgenden Jahr marschierten dann über 50 Schützenbrüder mit ihrem Vorsitzenden Dietrich Buckemüller und Adjutant Karl Asmuth zum Königsschießen auf „Göbels Kämpchen“ in der hinteren Ludwigstraße. Stolz zeigten sie ihre neu erworbene Vereinsfahne. Da alle Vereinsunterlagen verloren gegangen sind, differierten die Gründungsdaten des Bestwiger Schützenvereins über Jahre zwischen 1921 und 1922. Die neue Fahne zeigte nun sorgsam neben dem Bild des Hl. Hubertus eingestickt eindeutig das Gründungsjahr 1920. Die Rückseite der Fahne war mit dem Spruch „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern“.

Im Festsaal des Gasthofs Hegener feierten sie gemeinsam mit dem Hofstaat, der dem Schützenfest einen besonderen Glanz verlieh, ihren ersten König Heinrich Möller und seine Königin Anneliese Schoppmeier. Ab 1924 traf sich der Verein zur Schützenfestfeier im Festzelt auf „Göbels Kämpchen“. Für das „Tanzzelt“ war ein massives Gerüst beim Sägewerk Becker gebaut worden. Zur Bewirtung der Schützenbrüder errichteten die Schützen eine Trinkhalle. Als Festmusik wurde 1922 die Heringhausener Blaskapelle Bültmann, ab 1923 dann die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Velmede-Bestwig engagiert. Hinter dem Bahnhof bauten die Schützen in unmittelbarer Nähe der Turnhalle der Eisenbahnsportler und dem Fußballplatz des Sportvereins Bestwig eine hochmoderne Schießanlage.



Nur 12 Jahre bestand dieser Schützenverein. Schulden, die sich in den Jahren der Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er und im Verlauf der 1930er Jahre angehäuft hatten, drückten den Verein und zwangen ihn zur Aufgabe. So kamen am 15. Januar 1932 die Vorstände aus Bestwig und Velmede im Gasthof Mütherig zusammen, um über einen möglichen Zusammenschluss zu beraten. Am 31. Januar 1932 trafen sich 193 Schützenbrüder aus beiden Vereinen im Karl-Mosterts-Haus. 150 Schützen stimmten dem Antrag auf Zusammenschluss zu, 49 lehnten ihn bei 4 Enthaltungen ab. Im Protokollbuch wurde hierzu vermerkt: „Der Schützenverein Bestwig tritt dem Velmeder Verein bei und wird sich den Satzungen der Schützenbruderschaft Velmede fügen. Die vorhandenen Schulden sowie das Vermögen werden in gemeinsamer Rechnung übernommen.“
Die Neumitglieder wurden im Schützenzug Bestwig mit 98 Schützenbrüdern zusammengefasst. Ihr Zugführer war Otto Schütte, Fähnrich Karl Schnier, Fahnenoffiziere waren Franz Göbel und August Risse. Über den Schützenverein Bestwig ist nur wenig überliefert. Über den Verbleib der Königskette kann niemand mehr berichten. Allein Fotos erinnern uns heute an den Bestwiger Schützenverein.
Schützenfestimpressionen der Feste 1922 und 1923










Schützenbruderschaft Velmede e.V.
Ab 1925 erlebte das Sauerländer Schützenwesen seine „goldenen 20er Jahre“. Der Bau neuer Schützenhallen, die Anschaffung neuer Schützenfahnen und überschwänglich gefeierte Schützenfeste prägten, wenn auch nur für kurze Zeit, diese Epoche. Die vielen Neugründungen von Schützenvereinen und Schützenbruderschaften spiegelten die integrative, Rückhalt und Gemeinschaft bietende Funktion des Schützenwesens nach den traumatischen und zerrüttenden Ereignissen des Ersten Weltkrieges wider.
Die Schützenbrüder des Sauerlandes pflegten in diesen Jahren vermehrt den Heimatgedanken in besonderer Weise, zumal die politischen und geschichtlichen Entwicklungen des heimischen Raums eng mit dem Schützenwesen verbunden waren. So wundert es nicht, dass nach der Gründung des Sauerländer Heimatbundes durch Pfarrvikar Franz Hoffmeister der Wunsch nach einer gemeinsamen Dachorganisation als Sauerländer Schützenbund auch in Velmede wuchs.

1926 – 1927

Am 29. Juni 1926 zum 100 Jubiläum der „Schützengesellschaft“ kam es in Velmede zu einer „Neugründung“. Die Schützenbrüder beschlossen ein neues Statut, das 1928 in das Vereinsregister eingetragen wurde. Der Verein trug nun den neuen Namen „Schützenbruderschaft Velmede“. Das Schützenfest, das in „althergebrachter Weise am ersten Sonntag im Monat Juli und am vorhergehenden Samstag und folgenden Montag gefeiert“ werden sollte, wurde als verbindendes, gemeinschaftsförderndes Freizeitvergnügen betrachtet. Unter § 12 wurde im neuen Statut hierfür eine neue „Festordnung“ aufgeschrieben:
„…Das Fest beginnt am Samstagabend. Nach Abholen der Fähnriche und des Königs werden Vogel und Geck aufgesetzt. Anschließend findet ein musikalischer Abendschoppen statt. Am Sonntagmorgen wird so früh angetreten, daß der Verein nach Abholen des Königs pünktlich zum Hochamt in der Kirche ist. Das Hochamt wird für den Schützenverein bestellt. Nach dem Hochamt bringt der vor der Kirche angetretene Verein den Geistlichen Herrn zu seiner Wohnung und marschiert dann zum Frühschoppen in die Festhalle. Nachmittags findet der feierliche Festzug durch die Straßen des Dorfes statt. Anschließend ist Ball. Am Montagmorgen marschiert der Verein zum Trauer-Gottesdienst für die verstorbenen Schützenbrüder. Um 9.00 Uhr wird angetreten und anschließend zum Vogel-Schießen marschiert. Vor Beginn des Vogelschießens wird auf Anordnung des Hauptmanns ein feierliches Gebet gehalten. Das Schießen wird unter dem Hauptmann von den vier Offizieren und den zwei Unteroffizieren beaufsichtigt. In welcher Reihenfolge bzw. ob nach Liste geschossen wird, bestimmt der Hauptmann. König ist derjenige, der mit dem letzten Schuss den letzten Rest des Vogels herunterholt. Geck ist derjenige, der mit dem letzten Schuss den letzten Rest des Gecks herunterholt. Erhebt sich Widerspruch, so untersucht der Hauptmann den Streitfall und schlichtet ihn. Zum Schießen werden nur Schützenbrüder mit vom Vorstande vorher geprüften Gewehren zugelassen. König und Geck werden feierlich ausgerufen. Nach dem Vogelschießen findet der Wechsel der gegebenenfalls neu gewählten Vorstandsmitglieder statt. Hierauf marschiert der Verein nach althergebrachter Weise um die Kirche, was er auch am Samstagabend nach dem Vogelaufsetzen tut. Dann stellt der Verein König und Geck der Geistlichkeit vor, anschließend werden König, Fähnriche ihren Angehörigen vorgestellt. Nachmittags holt der gesamte Vorstand mit Musik den neuen König ab. Der Schluss an den einzelnen Festabenden wird durch die Polizeistunde geregelt, doch soll die Zeit 1 Uhr nachts nie überschritten werden.“

Im § 7 des nun geltenden Statuts wurde der Verlust der Mitgliedschaft ausdrücklich Schützenbrüdern angedroht, die in grober Weise gegen die guten Sitten verstießen. Die Teilnahme an Schlägereien oder Trunkenheit beim Schützenfest waren Gründe für den Ausschluss für mindestens ein Jahr. Dennoch wurde während der Schützenfeste im gesamten Sauerland der Ordnungssinn der Obrigkeit immer wieder durch den „Ruch der Zügellosigkeit, der Unsitte, Unordnung und Undurchschaubarkeit” herausgefordert. So reglementierte die Arnsberger Bezirksregierung das gesamte Vereinsleben durch Verschärfungen des Vereinsrechts. Dass gerade im ländlichen Bereich die Schützenfeste als zentrale, eigentlich Eintracht und Frohsinn stiftende Ortsfeste nicht immer harmonisch gefeiert wurden, war in dieser Zeit besonders dem Konkurrenzdenken zwischen den Schützenvereinen benachbarter Ortschaften geschuldet. Anlass für Streitigkeiten bot während der Schützenfeste auch der Versuch junger Männer aus den Nachbarorten, dort Mädchen zum „friggen“ kennenzulernen. Solche Spannungen kamen in diesen Jahren auch in Velmede offen zum Ausbruch. Beliebte Orte für handgreifliche Auseinandersetzungen mit auswärtigen Gästen waren dann „Lappen Ufer“ und „Hennen Ohl“.

Obere Reihe v.l.: Bathen Johannes, Hillebrand Josef, Dinkel Heinrich, Dunsche (Zimmermeister), Stappert Johann (Mühlenstr.), Schnettler Franz (Schneidermeister)
untere Reihe v.l.: Mündelein Josef, Hermes Wilhelm, Schäfer Heinrich, Schnettler Wilhelm (Baugeschäft), Hengsbach Bernhard (Gasthof), Köster-Kurwald Josef, Brüggemann Josef, Pieper Theodor, Nieder Franz (Zachariges)

Bereits im April hatten die 358 Velmeder Schützen beschlossen, bis zur Jubiläumsfeier einheitliche Schützenhüte anzuschaffen und am Festwochenende das Dorf mit Ehrenbögen und Flaggen zu schmücken. Über das Jubiläumsschützenfest berichtete Schriftführer Josef Stratmann im Protokollbuch: „In diesem Jahr konnte die hiesige Schützenbruderschaft auf ein 100jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass war denn auch eine größere Feier geplant. Die Nachbarvereine Meschede, Eversberg, Heinrichstal, Bestwig, Ostwig, Nuttlar, Gevlinghausen, Heringhausen, Ramsbeck und Andreasberg waren geladen, jedoch nur die 4 Vereine Meschede, Bestwig, Ostwig und Nuttlar waren erschienen und um 2 Uhr mit Musik am Sportplatz feierlich empfangen. Der Festgottesdienst am Sonntagmorgen war ein feierliches Levitenamt, nach demselben marschierte die Schützenkompanie zum Kriegerdenkmal wo durch Niederlegen eines Kranzes und in einer Ansprache des Schützenkönigs Herrn Hubert Schnier der im Weltkriege gefallenen Schützenbrüder gedacht wurde. Auf dem Festplatze war sodann ein Empfang der noch lebenden alten Könige und fünfzigjährigen Jubilare welche zur Erinnerung an diesen Tag eine Denkmünze erhielten. Die Gemeinde hatte einen goldenen Fahnenkranz gestiftet welcher von Herrn Vorsteher Kohle in einer Ansprache überreicht wurde. Der Festzug 3 Uhr nachmittags durch die festlich geschmückten Straßen führte an der Spitze in zwei Autos die Jubilare mit den alten Fahnen. Nach demselben hielt Herr Vikar Piel die Festrede und erläuterte die Pflichten und Satzungen der Schützenbruderschaft. Hierauf begann der gemütliche Teil mit Konzert darauf folgte Tanz. 8 Uhr abends verabschiedeten sich die fremder Vereine und wurden mit Musik entlassen. Trotz der vielen fremden Gäste verlief dieser Festtag in bester Stimmung und Zufriedenheit bis zum Schluss wozu die gute Witterung und Musik der Velmeder Feuerwehrkapelle einen guten Teil beigetragen hat. Am Montagmorgen war um 7 Uhr ein Totenamt für die verstorbenen Schützenbrüder, 9 Uhr marschierte die Schützenkompanie zum üblichen Vogelschießen. Aus Anlass des 100jährigen Jubelfestes war der Vogel mit Krone Reichsapfel u. Zepter versehen, worauf zuerst ein Preisschießen stattfand. Als Preisträger der Krone war Herr Jos. Wiese, des Reichsapfels Herr Jos. Stappert, Südstr. und des Zepters Herr Franz Nieder gent. Zacheriger. Den Königsschuß that Bernard Hengsbach junior Bestwig den Geckschuß Herr Willy Hegener. Wegen des eintretenden Regens konnte ein längeres Feiern bei der Vogelstange nicht stattfinden und deshalb zum Abmarsch angetreten während dessen nahm der Regen aber solche Stärke an sodass von den üblichen Zügen Abstand genommen wurde. Der König wurde im Auto nachhause gebracht und am Nachmittag zur Festfeier per Auto abgeholt. Trotz des anhaltenden Regens war die Stimmung am Abend eine sehr gemütliche. Wir schließen mit dem Wunsch daß die Schützengesellschaft dieses angefangene Jahrhundert in alter Tradition vollende und dieser 1 Tag als einziger mit Regen zur Festfeier bestehen möge.“
Erstmals wurden zum Jubiläumsfest eine Kinderbelustigung und ein Preisschießen auf dem Schützenplatz durchgeführt. Laut Beschluss der General-versammlung von 1927 sollte beides nun regelmäßig als fester Bestandteil des Schützenfestes stattfinden. Hieraus entwickelte sich ab 1932 die Kirmes zum Schützenfest.





Vorstand 1926
- Major Wilhelm Schnettler sen.,
- 1. Hauptmann Josef Köster-Kurwald,
- Schriftführer und Rendant Josef Stratmann,
- Männerfähnrich Johann Koßmann
- Fahnenoffiziere Heinrich Schäfer und Josef Mündelein
- Jünglingsfähnrich Franz Becker
- Jünglingsfahnenoffiziere Josef Strauß und Franz Schnier
- Feldwebel Franz Dolle
- Unteroffizier Karl Kreft
- Tanzordner
- Johann Dunsche,
- Lorenz Stratmann,
- Franz Rieckes
- Josef Hillebrand
- Materialienverwalter Johann Stappert.
20.jpg“ class=“wp-image-7459″/>Dass beim Bummeltag in den zwanziger Jahren immer wieder einmal „über die Stränge geschlagen“ wurde, zeigen diese Fotos aus einem privaten Fotoalbum aus dem Jahr 1926.



Könige 1926 bis 1927
- 1926 Hubert Schnier
- 1927 Ferdinand Nieder
Gecks 1926 bis 1927
- 1926 Willy Hegener
- 1927 Peter Nübold

1928 – 1930











Schützenkönige 1928 – 1930
- 1928 Josef Cornelius
- 1929 Alois Stappert
- 1930 Josef Humpert
Gecks 1928 – 1930
- 1928 Alois Stappert
- 1929 Otto Adolph
- 1930 Johann Erlmann

v.l.: Joh. Dunsche (Zimmerei), Jos. Köster-Kurwald, Karl Bange (Oststr.), Jos. Strauß (Willmes), Wilh. Schnettler (Baugeschäft), Jos. Mündelein, Jos. Kornelius (Schützenkönig), Heinrich Schäfer (Kettenschmied), Karl Kreft (Anstreicher), Jos. Humpert (Linens, Halbeswigstr.), Theodor Körner (Kanalstr.), Lorenz Stratmann (Rickses), Jos. Stappert (Schreiner, Bundesstr.)

Obere Reihe v.l.: Brüggemann Franz, Schnettler Theresia (geb. Hengsbach), Fliege Gertrud, Stappert Alois, Susewind Justine (geb. Brüggemann), Hengsbach Lisbeth (Müllers), Fliege Lorenz, Gierse Maria (geb. Richter) mittlere Reihe v.l.: Hengsbach Josef (Schmies), Fliege Franziska, Voullie Eugen, Weber Heinz untere Reihe v.l.: Häger Heinrich (Sinekes), Brüggemann Lisbeth (geb. Fliege), Brüggemann Josef
In den „Erinnerungen und Begebenheiten rund um die Schützenfeste in den 30-er Jahren“ von Hubert Fliege werden diese Zeiten in anschaulicher Weise lebendig:
„Bald ist es wieder soweit! Der Höhepunkt des Schützenjahres steht vor der Tür, dann wird innerhalb der Mauern des Doppelortes Velmede-Bestwig wieder das althergebrachte Fest der St. Andreasschützen zünftig gefeiert, so wie es schon unsere Vorfahren taten.
Die Bruderschaft ist reich an Geschichte und Dank dieser Tatsache wird Traditionsreichtum schon immer groß geschrieben, denn mit der geschichtlichen Vergangenheit seit dem Gründungsjahr 1826 haben sich die Bürger, ungeachtet aller modernen Entwicklungen, lebendige Heimatliebe bewahrt.
Von jeher war und ist das Schützenfest eine Quelle des Frohsinns und hat für das kulturelle Leben in dem Doppelort eine unschätzbare Bedeutung.
Die früheren Jahre erinnern mich oft und gern an das in meinem Geburts- und Heimatdorf Velmede erlebte Schützenfest. Große Ereignisse warfen schon Wochen vor dem Fest ihre Schatten voraus. Gegenüber der alten Schule stand die im Jahre 1891 gebaute Schützenhalle, über der am nördlichen Eingang der Spruch »Eintracht und Frohsinn« prangte. Anstatt unserem Schulunterricht aufmerksam zu folgen, konnten wir das Schmücken und Herrichten der Festhalle durch die südlichen Schulfenster miterleben und handelten uns dafür manche Rüge ein. Auf das Fest des Jahres freuten sich nicht nur die großen Velmeder Bürger, sondern auch wir »Kleinen«. Aber unsere Eltern sorgten schon dafür, daß wir nicht zu kurz kamen.
Daß wir am Morgen des Schützenfestmontages nicht gern zum Schulunterricht gingen, war allgemein bekannt, denn die fabelhaften Musikklänge hatten dafür gesorgt, daß das so war!
Gott sei Dank nahm sich ein älterer Velmeder, nämlich der stets schützenfestbegeisterte alte Österreich, im Volksmund »der Schlickrige« genannt, von sich aus das Recht, vor dem Vogelschießen bei unserem Lehrer Joseph Senger bittend vorzusprechen, er möge doch wenigstens die drei letzten Schuljahrgänge, also das 6., 7. und 8. Schuljahr, vom Unterricht an diesem Tage befreien. Wir verfolgten als Kinder aufmerksam die bittenden aber fröhlichen Ermunterungs-versuche, doch uns „Kleine“ auch teilhaben zu lassen am schönsten Fest unseres Dorfes. Und so kam es auch, daß unser Lehrer einwilligte und uns in die Freiheit entließ, um am Geschehen des Festes teilzunehmen. Ausgelassen brachten wir unsere Tornister schnell nach Hause und versammelten uns wieder auf dem Schulplatz unter der alten Friedenseiche. Inzwischen waren die Schützenbrüder mit allem Gefolge angetreten und die Musik spielte den Marsch vom Wildschütz: ‚Ich schieß den Hirsch im wilden Forst, im tiefen Tal das Reh…‘.
Begeistert von diesen Klängen, die mir noch heute in den Ohren liegen, nahmen wir Platz vor der Musikkapelle ein, und als Vorläufer »marschierten« wir dem Platze entgegen, wo am Samstagabend bereits der Vogel und der Geck auf die Stange gesetzt worden waren. Das war oberhalb des Bauernhofes Köster-Kurwald, an einem idyllisch gelegenen Ort, entlang der Straße nach Fökkinghausen hinauf. Viele Menschen waren hierher gekommen, um das Vogel- und Geckschießen mitzu-erleben.
Wie ich mich erinnere, war der alte Österreich jedes Jahr zur Stelle, um unseren Lehrer einfach zu »belatschern«, uns freizugeben, was dann auch zu seiner und unserer Freude geschah. Wir können heute noch beiden herzlich danken, daß sie so viel Einsicht hatten mit uns Schülern.
Jedenfalls ist nicht zu leugnen, daß der echte und rechte Schützenfestgeist schon bei uns Kindem geweckt wurde im Hinblick auf die vor uns liegenden Jahre. Es hatte sich hier und da eingebürgert, daß verschiedene Schützenbrüder sich ihre Munition zum Vogel- und Geckschießen selber herstellten, und so wurde auch ich von meinen Brüdern in die Technik der »Flintenmunitions-Herstellung« besten eingeführt. So etwa mit meinen16 Jahren erlebte ich, wie auf unserem Hausbalken an Vaters Hobelbank die Sache vonstatten ging. Wochen vorher hatten wir Kugeln gegossen in eine Form, die im Dorf reihum ging. Das Blei lieferten alte Abfälle, die mein Vater im Handwerkslager des Dachdekkergewerbes aufgestapelt hatte. Freude, wenn wir die alten Walzbleibestände dahinschmelzen sahen und die heißen Kugeln als Fertigware mit der Zange stapelten. Die Patronenhülsen vom Vorjahr wurden wiederbenutzt, nachdem das alte Zündhütchen mit Vaters bewährtem Hand-werkszeug entfernt worden war. Zunächst kam eine bestimmte Menge Schwarz-pulver in die Hülsen und darauf wurde ein Papierproffen ganz fest gestampft, damit nur noch Platz blieb für die dicke Bleikugel obenauf.
Jetzt kam der schwierige Teil der Arbeit: Mit äußerster Behutsamkeit und Vorsicht wurde jetzt das Zündhütchen mittels einer schmalen Holzlatte fest in den Patronenboden eingedrückt. Hierbei wurde immer streng darauf geachtet, daß die Messingpatrone im Schraubstock nach unten zeigte, für den Fall des Falles! Aber gottlob ist niemals etwas passiert. Damit das Geschoß auch seine reißende Wirkung in dem hölzernen Schützenvogel hatte, wurden die Bleikugeln noch mit einem scharfen Messer eingeschnitten, oder auch einige Bleikugeln etwas plattgeklopft. Erstmals hörte ich hierbei den Ausdruck »Dumdumgeschoß«.
Damit war zunächst die Selbstbeschaffung der Schützenfestmunition beendet, und ich muß in diesem Zusammenhang noch erwähnen, daß mir die Aufgabe übertragen worden war, Pulver und Zündhütchen von dem Waffengeschäft Oberliesen in Meschede, Mittelstraße, zu kaufen, weil ich beruflich ja in Meschede war.
Damit nun auch der Erfolg unseres Tuns bewiesen werden konnte, mußten auch einige Probeschüsse mit dem Schützenfestgewehr abgegeben werden. Kurz vor dem Fest waren überall deftige Knalle zu hören. So wußten wir Bescheid, daß die »Profis« am Werke waren.
Meine Brüder hatten sich eine Telegrafenstange als Ziel in unserem Ufer unterhalb der Wiese ausgesucht, um hier die Echtheit unserer »Munition Marke Eigenbau« zu erkunden. Alle durchgeführten Versuche klappten vorzüglich, und nun konnte das Schützenfest kommen! Mit Begeisterung waren wir dabei und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Am Schützenfestmontag erwies es sich, wer die meiste Munition in der Tasche hatte, und es war ein Vergnügen, zu beobachten, mit welchem Eifer auf die Stangenobjekte geschossen wurde.
Mit 18 Jahren trat ich in die Schützenbruderschaft ein und war das jüngste Vereinsmitglied. Stolz trug ich den gekauften Schützenhut und »meine« Flinte. Natürlich konnte ich es kaum abwarten, bis ich auch im Festzug zur Vogelstange mitmarschierte.
Wieder war das ganze Schützenfestvolk hier versammelt, die Musik erklang mit den schönsten Melodien und jedesmal, wenn vom hölzernen Vogel ein Fetzen herunterfiel, gab’s einen besonderen Musiktusch!
Von den älteren Mitgliedern zum Schießen auf den Vogel aufgefordert, legte ich mit meiner Büchse an und zielte genau auf das Holztier. Wie ich mich noch erinnere, muß es beim vierten Schuß passiert sein: Der Vogel hatte sich durch die Schußfolge gespalten und auf der Stange herumgedreht, was ich aber selbst erst durch den Pulverdampf nicht beachtet hatte. Die fleißigen Musiker hatten das Geschehen verfolgt und ließen einen besonderen Tusch steigen! Ich muß ehrlich gestehen, es war mir doch ein wenig »mulmig« geworden, und ich hörte angesichts meines »Erfolges« erst einmal auf zu schießen. Was hätte das gegeben, wenn ich als jüngstes Mitglied Schützenkönig geworden wäre…? Einen Schuß nach mir erreichte dann Josef Humpert, Halbeswigerstraße, die Königswürde. Das war im Jahre 1930.
Mit großem Hallo wurde er mit der Königskette geziert und dann, nachdem der Geck abgeschossen worden war, feierlich nach Hause geleitet. Der Schützenvorstand begleitete ihn mit gezogenem Degen in sein Elternhaus, während die Musik den Präsentiermarsch »Achtung vor dem König« spielte. Viel Volk hatte sich auf der engen Straße versammelt und war Zeuge dieses Geschehens. Stolz schritt der neue Regent die hohe Haustreppe hinauf, und im Hause sollte dann ein ordentlicher Kommers stattfinden.
Die Musiker hatten sich ebenfalls ins Haus des Schützenkönigs begeben und sorgten für Stimmung. Die alten Lienens – das war der Beiname von Humpert – kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. In allen Räumen fand das frohe Schützenfesttreiben statt, und ein Musikständchen nach dem anderen erklang zu Ehren des Königshauses.
Hierbei ist es dann passiert, daß ein großer Schmand-Topf, worin der Rahm war, von seinem Standort fiel und der Schmand sich auf den Boden ergoß. Dies wiederum ermöglichte es den Tanzenden, daß sie ihre Bewegungen »schneller« ausführen konnten. Wie jedoch ihre Festtagshosen von Schmandfett strotzten, war in dem Festtaumel gleichgültig! Das lustige Schützenvolk war außer Rand und Band, so daß es unserem König Josef Humpert-Lienens erst sehr spät nachmittags möglich war, sich für den großen Festtag kleidungsmäßig vorzubereiten.
Ich selbst war in den Sog geraten und war aufmerksamer Beobachter. Die Wogen der Freude waren so groß, daß viele Schützenbrüder anfingen zu tanzen.
Dazu gehörte auch, daß sich die Musiker mit all den anderen Leuten aus dem Königshause verzogen und in die Velmeder Gaststätten marschierten. Hochbetrieb herrschte überall und bei Bier – dem edlen Gerstensaft – sowie bei den „Kurzen“ feierte es sich so wunderbar, daß jeder seiner Freude Ausdruck gab! Die Musiker hatten sich auf die Gaststätten verteilt.
Ich erlebte ich der Wirtschaft Humpert-Michels, Nachfolger Hegener, bei der Kirche, genüßlich, wie das alles vor sich ging und sah dann, wie mein Bruder Josef, Klarinettist bei der Musikkapelle, oben auf dem Wirtshaustisch stand und musikalische Besonderheiten vom Stapel ließ, wofür er dann reichlich Applaus bekam.
Weil überall überschäumende Freude herrschte, verzögerte sich der Beginn des Großen Festzuges, und nur langsam fanden sich die Musiker wieder zusammen, um erst die zu spielenden Märsche zu besprechen und die dazugehörenden Notenblätter zusammenzusuchen . Der Festzug nahm seinen gewohnten Weg auch zum Oberdorf, aber auch über die Holzbrücke, Juckelbrücke genannt, zur Oststraße. Die Ruhrbrücke schwankte ganz verdächtig, – aber sie hielt.
Es kam schon mal vor, daß während des Festzuges die Musik plötzlich verstummte. Der Grund dafür war, daß man die Pietät eines gerade verstorbenen Velmeder Bürgers hoch achtete und dem gesamten Trauerhause auf diese schweigende Weise das Mitgefühl zum Ausdruck brachte. Erst nach einem respektvollen Abstand von dem Hause, in dem der Tote aufgebahrt war, setzte die Musikkapelle wieder ein.
Immer am Dienstag, Schützenfestbummeltag genannt, fanden sich viele Leute in der Festhalle ein, um die Reste zu verzehren, die für die Hälfte verkauft wurden. Gesprächsstoff gab’s in Hülle und Fülle, und das Gelächter über dieses und jenes war weit zu hören. Aber oh weh, wenn ein Besucher sich mit Krawatte sehen ließ! Mir nichts, dir nichts wurde ihm sein Schlips abgeschnitten, das gehörte dazu, wie Bier und Korn zum Fest!
Das große Treiben in der Schützenhalle ging etwa bis kurz nach Mittag, dann verzogen sich die Teilnehmer in die Velmeder Wirtschaften, um hier weiter zu »hexen«. Meist eingehakt strebte eine Gruppe hierhin, die andere dorthin. Und so ergab es sich, daß fünf, sechs Mann sich dem Bahnübergang bei unserer Kirche näherten. Halblinks an der Ostseite der Kirche war das große Missionskreuz mit der Überschrift »Rette Deine Seele« nicht zu übersehen. Einer der Heimkehrer – ich nenne ihn heute nach fast 60 Jahren: der damals junge Wegharres, übrigens in seiner Art ein Dorf-Original – sah das Missionskreuz kurz an und rief laut vernehmlich: »Rette Deine Söhne!« Sein Ausruf war für die nachfolgenden Schützenfeste das Schlagwort, und jeder im Dorfe hatte diese Begebenheit durch »Hörensagen« mitbekommen. Ich weiß nicht wieviel Hundert mal oder noch öfter ihm sein eigener Ausruf wieder entgegenschallte, und jeder, aber auch er selber, mußte ergötzlich lachen, bis sich die Wogen erst nach Jahren glätteten.
Mir iedenfalls ist diese Begebenheit, die sich auf dem Weg zur Ruhrbrücke, oberhalb der damaligen Mariensäule zutrug, noch lebhaft in Erinnerung und verdient auch, in den Erinnerungen und Begebenheiten rund um die Schützenfeste der 30er Jahre festgehalten zu werden.“

v.l.: Köster-Kurwald Josef, Vogel Heinrich, Schäfer Heinrich, Schnettler Wilhelm (junior), Dinkel Heinrich, Schnettler Wilhelm (senior), Schnier Johannes, Humpert Josef (Lienens), Hengsbach Paul (Müllers), Dolle Franz (Zugführer), Nieder Franz (Zacheriges), Padberg Josef (senior), Nieder Hubert (Franzjürens), Sommer Heinrich (Spielmanns), Nübold Peter,
Der Sauerländer Schützenbund entsteht
Im Jubiläumsjahr rief Papst Pius XI. die katholischen Vereine und Verbände in Deutschland zur „katholischen Aktion“ auf. Seine Absicht war, die katholischen Laien im öffentlichen Leben zu aktivieren, um den Klerus in der Zeit großer säkularer Bewegungen im kirchlichen Apostolat zu unterstützen. Die „katholische Aktion“ sollte die Gesellschaft aus dem christlichen Geist heraus wiederherstellen und wieder aufbauen, indem sie bestrebt war, alle Äußerungen des öffentlichen Lebens mit den Lehren der Religion und der Moral zu durchdringen. Die Laien sollten am „hierarchischen Apostolat“ teilnehmen, um das allgemeine Priestertum in ihrem direkten Umfeld zu verwirklichen. Aus diesem Anlass organisierten sich 50 Velmeder Schützenbrüder noch im gleichen Jahr im Katholischen Arbeiterverein St. Josef, der sich später Katholische Arbeiterbewegung (KAB) nannte. Auch die katholischen Schützenbrüder im Rheinland und in Westfalen stellten sich umgehend der „katholischen Aktion“. Am 27. Februar 1928 gegründete sich in Köln die „Erzbruderschaft vom Heiligen Sebastianus“, aus der später die Dachorganisation der katholischen Schützenbruderschaften, der „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e. V.“ (BHDS), hervorging. Die „Erzbruderschaft“ hatte sich die Stärkung des christlichen Elements im Leben der Bruderschaften zum ersten Ziele gesetzt und suchte „die Erneuerung der christlichen Lebensführung gegen die Verflachung gesellschaftlichen Lebens“ und die „Verrohung der Vergnügensarten“ durchzusetzen. Im Zusammenschluss katholischer Männer zur Verteidigung des Glaubens, zur Verehrung des Allerheiligsten Sakramentes, zur Pflege brüderlicher Nächstenliebe und Geselligkeit, verbunden mit der Förderung des Schießsports und der Aufrechterhaltung alter traditioneller Gebräuche sah die „Erzbruderschaft“ ihre Ideale und stellte sie in den Diözesen Aachen, Köln, Trier, Münster und Paderborn unter das Schützenmotto: „Für Glauben, Sitte, Heimat – aus alter Wurzel neue Kraft“. Bis die historischen Schützenideale auch im Sauerland durch den Zusammenschluss aller Schützenvereinigungen des ehemaligen kurkölnischen Sauerlandes 1929 wieder in das Blickfeld der Schützen rückten, schlossen sich die Velmeder Schützen auf Drängen von Pastor Kaspar Allebrod der „Erzbruderschaft von Heiligen Sebastianus“ an.

Mitbegründer des Sauerländer Schützenbundes
In einem Aufruf von Vikar Franz Hoffmeister an alle Sauerländer Schützen hieß es kurze Zeit später:
„Liebe sauerländische Landsleute! Unter den Vereinen der sauerländischen Städte und Dörfer gibt es keinen von solch ehrwürdigem Alter wie den Schützenverein…Kein Verein hat sich so von der Parteien Gunst und Hader freigehalten, keiner sich eine so allgemeine Volkstümlichkeit zu bewahren gewusst wie der Schützenverein. Bei besonderen Anlässen, die nicht ausdrücklich das Gebilde der politischen Gemeinde oder der Kirchengemeinde angehen, sind meistens der Schützenverein und der Hauptmann der Repräsentant des Ortes. Und mit Recht, denn gerade im Schützenverein zeigt sich die Gemeinschaft am reinsten und klarsten…Die ruhmreiche Tradition unserer Schützengesellschaften, ihr Charakter als Repräsentanten der Volksgemeinschaft, die Volkstümlichkeit, die Sauerländer Art, die ehrfurchtgebietende Tradition unserer Schützenfeste sind in ihrem weiteren Bestand gefährdet…Welche segensreiche und nutzbringende Bedeutung müsste ein Zusammenschluss aller sauerländischen Schützenvereine auf der Grundlage des Geistes altbewährter Schützentradition haben…Das ganze Sauerland soll es sein!“
In einem ersten Satzungsentwurf zur Gründung einer Schützenbundes für das Sauerland wurden die Ziele formuliert:
„1. Schutz und Pflege der Werte der sauerländischen Heimat, der landschaftlichen Schönheiten, der plattdeutschen Sprache, der Sauerländer Sitten und Gebräuche, des Volksliedes, des heimatlichen Volkstanzes und Volksspieles,
2. Förderung der Liebe zur Heimat bei allen Schützen und damit Stärkung echter Vaterlandsliebe,
3. Abwehr alles Fremden, das dem heimatlichen Guten widerspricht. Unterstützung des Neuen, das sich den Werten der Heimat organisch anfügt,
4. Pflege der Eintracht und des Bürgersinns, des Geistes der Karitas, Erstreben einer wahren Volksgemeinschaft des Sauerlandes als Glied der deutschen Volksgemeinschaft.“

Gasthof „Zur Post“ in Wenholthausen

Auf dieser Basis gründete der sich am 15. Dezember 1929 im Gasthof „Zur Post“ in Wenholthausen der „Sauerländer Schützenbund“, der ab 1934 den Namen „Schützenbund für das kurkölnische Sauerland“ führte.
Über die Absichten, Bestrebungen und Ziele des Sauerländer Schützenbundes informiert der erste Satzungsentwurf, erschienen in der Heimwacht, Mai 1929:

I.
„Die Vereine des Sauerländischen Schützenbundes stellen als ihre Ziele auf:
• Schutz und Pflege der Werte der sauerländischen Heimat, der landschaft-lichen Schönheit, der plattdeutschen Sprache, der sauerländischen Sitten und Gebräuche, des Volksliedes, des heimatlichen Volkstanzes und Volks-spieles;
• Förderung der Liebe zur Heimat bei allen Schützen und damit Stärkung echter Vaterlandsliebe;
• Abwehr alles Fremden, das dem heimatlichen Guten widerspricht. Unterstützung des Neuen, das sich den Werten der Heimat organisch anfügt;
• Pflege der Eintracht und des Bürgersinnes, des Geistes der Karitas, Erstreben einer wahren Volksgemeinschaft des Sauerlandes als Glied einer deutschen Volksgemeinschaft;
• Pflege und Ausbau der überlieferten Anlehnung an die Kirche, nach Möglichkeit im Sinne der Erzbruderschaft rheinisch-westfälischer Schützen vom hl. Sebastianus;
• Stützung der Staatsautorität durch Verfassungstreue;
• Beratung und Betreuung der angeschlossenen Vereine zur Ausgestaltung und Veredelung der Schützenfeste zu vorbildlichen Volksfesten, die den Schützen und Festbesuchern nach Monaten der Berufsarbeit wohltuende Erholung und Freude in edlen Formen vermitteln und auch die Feste anderer Vereine in gutem Sinne beeinflussen sollen;
• entschiedener Kampf gegen alle Auswüchse der Schützenfeste;
• Pflege des Schießsports;
• Wirtschaftliche Unterstützung der angeschlossenen Vereine durch Abschluß einer gemeinschaftlichen Haftpflichtversicherung, Beratung bei Steuerangelegenheiten und beim Bau von Festhallen, gemeinsamen Bezug von Uniformen, Waffen, Festschmuck usw.
II.
Der Sauerländische Schützenbund zerfällt in 4 Kreisschützenbünde der Kreise Arnsberg, Brilon, Meschede und Olpe. Im Rahmen dieser Bundessatzungen verwalten die Kreisschützenbünde ihre Angelegenheiten selbständig nach Maßgabe der eigenen Satzungen. Schützenvereine des Sauerlandes, die nicht an einem Orte der 4 genannten Kreise ihren Sitz haben, (Amt Menden, Ränder der Kreise Soest und Lippstadt) können sich dem Schützenbund der benachbarten kurkölnisch-sauerländischen Kreise anschließen.
III.
Die Organe des sauerländischen Schützenbundes sind:
1. der Vorstand,
2. der Abgeordnetentag. Der Vorstand besteht aus:
a) einem Bundeshauptmann,
b) einem Bundesschriftführer,
c) einem Bundeskassierer
d) und vier Beisitzern und deren Stellvertretern.
Er wird vom Abgeordnetentag gewählt. Der Vorstand vertritt den Bund nach allen Seiten. Alle drei Jahre hat Neuwahl zu erfolgen. Wiederwahl ist zulässig.
Der Abgeordnetentag besteht in einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände der Kreisschützenbünde.
IV.
Der sauerländische Schützenbund tritt mit dem Sauerländer Heimatbund für Heimatpflege im kurkölnischen Sauerland, dessen Vorstand der Bundeshauptmann als ständiges Mitglied angehört, in Arbeitsgemeinschaft. An den Vorstandssitzungen und Abgeordnetentagen des Schützenbundes nimmt ein Vertreter des Sauerländer Heimatbundes mit beratender Stimme teil,
V.
Zur Bestreitung der Verwaltungskosten führen die Kreisschützenbünde 15 % der Beitragseinnahmen, die diesen durch die Erhebung von 5 Pfg. pro Kopf und Jahr von den angeschlossenen Schützengesellschaften zugehen, an den Schatzmeister des sauerländischen Schützenbundes ab.
VI.
Der Bund gilt als aufgelöst, wenn der letzte der angeschlossenen Kreisschützenbünde seine Auflösung beschlossen hat.

Kreisoberst von 1930 -1937
Die Schützenbruderschaft Velmede e.V. beschloss einstimmig am 16. März 1930 ihren Beitritt. Auf der Gründungsversammlung des Kreisschützenbund Meschede am 23. März 1930 in Eslohe wurde der Velmeder Hauptmann Josef Köster-Kurwald zum ersten Kreisoberst gewählt. Bis 1937 bekleidete er dieses Amt.
Der Kreisschützenbund und der Sauerländer Schützenbund setzten sich von Anfang an für die Einhaltung christlicher Werte und die Teilhabe an Glaubensvollzügen, die Förderung des Heimatgedankens und alter Sauerländer Traditionen, sowie die Förderung des Gemeinschaftsgedanken und die Pflege Sauerländer Werte und Sitten ein. Aus diesen Zielen entwickelte sich in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen das Leitmotiv
„FÜR GLAUBE; SITTE UND HEIMAT – AUS ALTER WURZEL NEUE KRAFT!“
1931 – 1932
4. Sept. 1931
Schützenbrudersch. Velmede
An die Vertretung
d. Kirchengemeinde VelmedeIn Anbetracht der sehr schlechten baulichen Verhältnisse eines Teiles unserer Schützenhalle, sehen wir uns veranlaßt, erneut an die kirchliche Gemeinde-Vertretung heranzutreten mit der Bitte, uns eine durchgreifende Reparatur bezw. Erweiterung unserer Halle vornehmen zu lassen. An einen Neubau im Schacht ist wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage für die nächste Zukunft nicht zu denken; Und den anderen ungelösten Problemen innerhalb der Gemeinde noch ein neues hinzu zu fügen, wäre nicht zu verantworten. Mehrere Versuche, eine Zusammenarbeit in diesem Sinne mit Bestwig herbeizuführen, scheiterten. Bestwig baute trotzdem eine eigene Halle.
Der augenblicklichen Lage Rechnung tragend, sind wir gezwungen, einen dringenden Umbau in bescheidener Ausführung vorzunehmen, wenn nicht die Feier weiterer Feste in Frage gestellt sein soll.
Wir bitten deshalb die kirchliche Gemeindevertretung, uns Gelegenheit zu geben, in eine mündliche Verhandlung in dieser Sache eintreten zu können.
Wir erklären uns schon im Voraus bereit, bei einer evtl. Umänderung des Pachtvertrages uns zu verpflichten, an einen Neubau im Schacht heranzutreten, sobald die allgemeine wirtschaftliche Lage es erlaubt.
Wir erklären uns bereit, soweit es in unseren Kräften steht, den Wünschen des Kirchenvorstandes bezw. des Herrn Pfarrers inbezug auf Bau und Verschönerung des Platzes Rechnung zu tragen.
Wir verpflichten uns ferner, eine, dem Straßenbild entsprechende Einfriedigung des Platzes, auszuführen.
Ein maßiver Bau, wie früher geplant, käme nicht in Frage, sondern ein Fachwerkbau, der sich der Straßenfront der alten Halle anpassen muß, sodaß der jetzige, unschöne Anbau ganz verschwinden würde.
Schwerwiegende Gründe, uns erneut abschlägig zu bescheiden, liegen für die kirchliche Gemeindevertretung unseres Erachtens nicht vor.
Es war von jeher Tradition der Schützenbruderschaft Velmede die enge Verbundenheit mit der Kirche, und dieses Verhältniß soll und muß auch fernerhin gewahrt bleiben. Vielen von uns dürfte auch bekannt sein, daß die Schützenbruderschaft es nie an finanzieller Unterstützung bei Schaffung kirchlicher Anlagen u. dergl. hat fehlen lassen.
All dieses sollte dem Vorstand der Kirchengemeinde ein Grund sein, der Schützenbruderschaft in der augenblicklichen Lage entgegen zu kommen.
Der Beschluß, erneut in diesem Sinne an die kirchl. Gemeindevertretung heranzutreten, ist einstimmig vom Vorstand der Schützenbruderschaft gefaßt, und der Zustimmung der Mitglieder, mit wenigen Ausnahmen sicher.
Über diesen Antrag bitten wir baldmöglichst entscheiden zu wollen, damit wir evtl. die notwendigen Vorbereitungen, wie Material-beschaffung u. dergl. treffen können.
Eine entgegenkommende Zusage erwartend, und einer Besprechung mit dem Vorstand der Kirchengemeinde Velmede entgegensehend, zeichnet
mit Hochachtung
der Vorstand der Schützenbruderschaft Velmede
I. A.
Bültmann Vorsitzender.
Der Bau der neuen Schützenhalle
Über Jahrzehnte hatte es zwischen der Schützenbruderschaft und dem Kirchenvorstand immer wieder schwierige Miet- und Pachtverhandlungen gegeben. Bereits 1906 waren sich darum die Schützenbrüder einig, nach einem geeigneten Bauplatz am Ortsrand zu suchen, um dort auf einem eigenen Grundstück eine neue, größere Schützenhalle zu errichten. Mittlerweile mussten jährlich große Summen für Reparaturen an der Halle, die schon seit Jahren „aus allen Nähten platzte“, aufgebracht werden. Überlegungen, durch einen Erweiterungsbau das Platzproblem zu lösen, scheiterten an Grundstücksverhandlungen mit den Nachbarn. Darum begannen im September 1928 Gespräche mit der politischen Gemeinde über den Neubau einer Volkshalle. 121 der 126 anwesenden Schützenbrüder sprachen sich auf der Herbstversammlung 1928 dafür aus, von der Gemeinde ein Baugrundstück und das nötige Baukapital zu beschaffen. Im März 1929 hatte die politische Gemeinde angeboten, die alte Halle zum Preis von 5000 Mark zu erwerben und das Material den Schützenbrüdern für den Bau einer neuen Volkshalle zu überlassen. Doch die allgemeine wirtschaftliche Situation zwang im Herbst 1929 die Schützenbrüder, ihre Baupläne vorerst aufzugeben. Deutschland war in den Strudel der Weltwirtschaftskrise geraten. Ausgelöst durch den Zusammenbruch der New Yorker Börse im Oktober wurde das ganz Land von Firmenzusammenbrüchen, Bankenschließungen und Massenarbeitslosigkeit überrollt. Die Zahl der Erwerbslosen schnellte zwischen September 1929 und Januar 1933 von 1,3 auf über 6 Millionen hoch, Armut und Existenzängste nahmen auch innerhalb der Arbeiterschaft in Velmede sprunghaft zu. Dies führte dazu, dass der tägliche Überlebenskampf erste Priorität besaß. Obwohl der Gemeindevorsteher Melches im Rahmen einer außergewöhnlichen Generalversammlung im März 1930 zum Bau einer Volkshalle in der „Ausschachtung“ warb, die auch einen Zusammenschluss der Schützen aus Velmede und Bestwig fördere, sprach sich die überwiegende Mehrheit gegen einen Neubau aus, da wegen der Wirtschaftskrise die Finanzierung nicht gesichert sei.
Die „allgemeine Notlage“ wurde intensiv auf der Generalversammlung am 14. Mai 1931 diskutiert und veranlasste zur Beratung, „…ob in diesem Jahr ein Schützenfest wegen der allgemeinen Notlage gefeiert werden sollte, wurde durch Abstimmung entschieden: 92 Stimmen für, 24 gegen und 13 Enthaltungen… Es wurde vor allem beschlossen, das Fest so zu gestalten, daß jeder daran teilnehmen könne. Arbeitslose sollen auf Antrag befreit von der Beitragszahlung sein.“





Noch einmal wurde 1931 über einen Erweiterungsbau beraten. Lorenz Bültmann, Josef Hücker und Eduard Kramkowski sollten als Baukommission für den Vorstand Konzepte erarbeiten und einen Anbau planen. Als im August 1931 Verhandlungen mit dem Kirchenvorstand über einen An- oder Ausbau der alten Schützenhalle erneut scheiterten, beschloss der Vorstand am 6. Dezember endgültig den Neubau einer Volkshalle. “Heute ½ 5 Uhr fand im Lokale des Gastwirts Menne eine Vorstandsversammlung statt. Es waren ferner auf Einladung erschienen Herr Pfarrer Allebrod und Herr Gemeindevorsteher Melches. Zweck der Versammlung war, eine Aussprache zu halten über den Bau einer Schützenhalle. Laut Beschluss vom 14. 8. 1931 war dem Kirchenvorstand ein Antrag überreicht worden, der Schützenbruderschaft die Genehmigung zu geben, ihre alte Halle, welche auf Pastorat-Grundstück steht, wohnlicher und weiter auszubauen. Da aber von den letzten Herren Pastören, sowie auch von den derzeitigen Herren, der Wunsch geäußert wurde, wir möchten doch eine neue Halle in der ‚Ausschachtung‘ bauen, welche eigens zu diesem Zwecke seiner Zeit von der Kirchengemeinde ausgetauscht wurde. Da nun nach Bekanntgabe durch den Vorsitzenden Bültmann die Bruderschaft unter den heutigen Verhältnissen wohl im Stande ist, dieses fertig zu bringen, wurde einstimmig beschlossen, eine neue Halle in der ‚Ausschachtung‘ zu erbauen.“ 169 der 352 Schützenbrüder waren zu einer außergewöhnlichen Generalversammlung am 27. 12. in die Gastwirtschaft Mütherig erschienen und folgten einstimmig dem Antrag des Vorstands, den lange geplanten Hallenbau umgehend zu beginnen. Die Gemeinde erklärte sich bereit, den Bauplatz in Erbpacht zu einer Gebühr von einer Mark der Bruderschaft so lange zu überlassen, wie die Halle darauf steht. Gemeindevorsteher Melches sagte zudem zu, der Schützen-bruderschaft unentgeltlich 70 bis 80 Festmeter Holz und die benötigten Bruchsteine zu überlassen. Damit auch die Bestwiger Schützen als Steuerzahler der Gemeinde in den Genuss dieser Zuwendung kommen konnten, wurde beschlossen, ihnen fünf Jahre lang die Halle kostenlos zum Schützenfest zu überlassen. Pastor Allebrod förderte das Bauvorhaben mit weiteren 40 Festmetern Bauholz. In die Baukommission berief die Versammlung Lorenz Bültmann, Lorenz Stratmann, Josef Körner, Johann Stappert-Schmies und Josef Stratmann aus dem Vorstand, sowie Josef Wiese, Josef Gödde, Josef Köster, Eberhard Melches, Heinrich Becker und Pfarrer Allebrod.
„Protokoll
Velmede, den 27. 12. 31Die Schützenbruderschaft war für heute 5.30 Uhr in der Wirtschaft Mütherich zu einer außerordentlichen Generalversammlung mit folgender Tagesordnung eingeladen.
1. Neubau der Schützenhalle
2. Verschiedenes
Der Vorsitzende Herr Bültmann hieß die Erschienenen herzlich willkommen. Begrüßt ganz besonders den Herrn Pfarrer Allebrodt und Herrn Gemeindevorsteher Melches.
Er gab dann mit klaren Worten die bis heute vom Vorstand gemachten Vorarbeiten in Betreff des Neubaus bekannt.
Auf seinen Antrag an die Gemeindevertretung um Überlassung des Bauplatzes in der Ausschachtung. So wie eines Teiles des zur Halle benötigten Bauholzes und der Bausteine aus dem Gemeindebesitz war beschlossen worden.
Der Bauplatz soll in Erbpacht gegen eine Gebühr von jährlich einer Mark solange der Schützenbruderschaft überlassen werden, wie die Halle darauf steht.
Vom Bauholz sollen 70-80 Festmeter so wie die benötigten Bruchsteine unentgeltlich überlassen werden. Der Verein soll dagegen Gemeindeveranstaltungen unentgeltlich in der Halle abhalten lassen.
Auch wurde der Wunsch geäußert, dem Bestwiger Schützenverein 5 Jahre die Halle unentgeltlich zum Schützenfest zu überlassen, damit auch diese als Steuerzahler der Gemeinde aus dieser Zuwendung Genuß hätten. Aller Wunsch war jedoch ein Zusammenschluß der beiden Vereine und dann ein gemeinsames Schützenfest…“





Bereits im Februar 1932 begannen die Bauarbeiten. Die Maurerarbeiten führten die Bauunternehmen Eduard Kramkowski für 3939 Mark und Wilhelm Schnettler für 2095,20 Mark durch. Die im Schacht angesiedelte Zimmerei Johann Dunsche erhielt den Auftrag für die Zimmerarbeiten und stellte der Bruderschaft 2409,90 Mark in Rechnung. Die Dachdeckerarbeiten führten die Firmen Lorenz und Johann Fliege und Josef Lange für insgesamt 7176,32 Mark durch. Die Klempnerarbeiten von Johannes Humpert kosteten 498 Mark. Alle Velmeder Schreinerei waren am Hallenbau beteiligt, die Maler-arbeiten führte Karl Kreft für 668 Mark aus. Die Bauernschaft leistete unentgeltliche Spann-dienste beim Heranfahren des Bauholzes. Eberhard Melches stiftete drei große Kronleuchter aus Geweih. Bis zum Schützen-fest 1932 waren die Baukosten auf 37400 Mark gestiegen. Zwar hatten bereits 1922 und 1923 über 300 Schützenbrüder Anteile für den Bau einer neuen Tanzhalle für insgesamt 70600 Mark gezeichnet, zur Finanzierung der neuen Schützenhalle konnte diese Summe jedoch nicht mehr genutzt werden, da sie durch die Inflation auf nur noch 1412 Mark zusammengeschmolzen war.














v.l.: Stappert Johann (Mühlenstraße), Schnier Karl (Bestwig, VEW), Schäfer Heinrich, Schnier Johannes, Humpert Josef (Lienens), Asmuth Karl, Göbel Franz (Bahnhofswirt), Hengsbach Paul (Müllers), Bültmann Lorenz, Nieder Hubert (Franzjürens), Brüggemann Vinzenz, Buckemüller Dietrich, Ostreich Lorenz, Schnier Hubert, Pieper Josef, Körner Josef (Wegharres),Risse August, Kaiser Heinrich






1. Vorsitzender (1932-1938)

Hubert Nieder gen. Jürens
So war die Schützenbruderschaft gezwungen, Darlehen bei der Darlehnskasse über 7678 Mark, bei Firma Busch über 4000 Mark, der Firma Schneider in Nuttlar über 3000 Mark, bei der Brauerei Cramer in Warstein in Höhe von 5000 Mark und bei Firma Fliege über 1500 Mark aufzunehmen. Kleinere Darlehen und freiwillige Spenden in einer Gesamthöhe von 2527 Mark gewährten Mitglieder, der Erlös aus dem Abriss und Materialverkauf der alten Halle betrug 789 Mark. Gemeinsam mit den Einnahmen des Schützenfestes konnte so das ehrgeizige Bauvorhaben finanziert werden. Allerdings fehlten zuletzt rund 10000 Mark, die durch zwar zweckmäßige, aber im Vorfeld nicht kalkulierte Arbeiten, wie den Bau einer Musikbühne und Änderungen an den Fenstern, entstanden waren. Zur Deckung wurde ein langfristiger Bierliefervertrag mit der Warsteiner Brauerei geschlossen, die im Gegenzug ein weiteres Darlehn gewährte. Am Samstag, den 2. Juli 1932 wurde die Schützenhalle, die in rekordverdächtiger Zeit in nur einem knappen halben Jahr errichtet wurde, feierlich eingeweiht. Das Fest begann mit dem Aufsetzen des Vogels an der neuen Vogelstange, am „Galgen“. Nach einem Umzug durch den festlich geschmückten Ort segnete Pastor Allebrod die Volkshalle. Der 1. Vorsitzende Lorenz Bültmann bat in seiner Rede alle Schützenbrüder, dieses Erbe stets treu zu hüten. Er dankte allen beteiligten Mitarbeitern und den vielen freiwilligen Helfern. Gute Wünsche sprachen Amtsbürgermeister Schneider und Amtmann Spangenberger aus und betonten, dass die Gemeinde durch ihre Zuschüsse dazu beitragen wollte, dass alle Bürger hier ein kulturelles Zuhause finden könnten. Vikar Richard Viegener erinnerte in seiner Festansprache an die lange Geschichte des Schützenwesens. Sein Dank galt den Schützenbruderschaften. Aus Schutzgemeinschaften seien Hilfsgemeinschaften in schweren Zeiten entstanden, die nun den Idealen „Glaube-Sitte-Heimat“ verpflichtet seien. „Damals wie heute mussten Schützenbrüder für das Gemeinwohl eintreten und dort zu Stelle sein, wo sie als Christen gebraut wurden.“ Musikalisch wurde die Feier von der Kapelle der Feuerwehr und den Gesangvereinen aus Velmede und Bestwig umrahmt. Gemeinsam mit den Gastvereinen aus den umliegenden Ortschaften marschierten nach Jahren der Trennung Velmeder und Bestwiger Schützen am Sonntag wieder gemeinsam durch die beflaggten Straßen von Velmede und Bestwig. Beim ersten Vogelschießen an der neuen Vogelstange gelang Hubert Nieder, gen. Jürens, der Königsschuss, Hubert Schnier wurde Geck. Schon einige Monate vor dem Schützenfest war in direkter Nachbarschaft der Schützenhalle auf dem ehemaligen Gelände der Zimmerei Dunsche ein Fußballplatz für die Mannschaften des TV Velmede und der DJK Velmede gebaut worden. Dieser Platz konnte nun auch für die Schützenfestkirmes genutzt werden. Hatte sich der Trubel rund um die Festhalle bisher mit einer Kinderbelustigung und einer Schießbude in Grenzen gehalten, wurde nun dieser Platz an an einige Schausteller verpachtet und eine Schützenfest-Kirmes mit Schießbude, Kinder- und Kettenkarussell sowie Buden für Süßigkeiten veranstaltet. Der Karussellbesitzer Schäfer erhielt die Konzession für ein Standgeld von 98 Mark, eine Fahrt auf seinem Karussell kostete 2 Pfennig, ein Schuss an der Schießbude konnte für 5 Pfennig abgegeben werden.
Schon im ersten Jahr nach Fertigstellung wurde die neue Schützenhalle zum kulturellen Mittelpunkt des Dorfes. Aufführungen der Laienspielschar und des Männergesangvereins Velmede, das Erntedankfest der Bauernschaft, Bauernbälle als Heiratsmarkt, Sängerfeste des MGV Velmede und des Gesangvereins Bestwig, die Feste der Kriegervereine Velmede und Bestwig und der Handwerkertag bereicherten das Dorfleben. Schützenbruderschaft lud ein zum Silvester- und Osterball. Ab Oktober nutzten die Volksschule, die Turner und die Fußballer des TV Velmede den Tanzboden als Turnhalle.
Biuernball
Am 3. Februar 1937 in Velmere, äin Hochteytsmarket inner niggen gräuten Schützenhalle (erbaut 1928 – 1932)
Niahmet alle niu entgiegen fröndlichen Willkummengriuß!
Möchtet uch recht gutt gefallen, hey in ussem Schützenhius.
Dätt ey jungen Biuersluie uch mol alle kennen lehrt,
sinn ey hey beynander kummen, dät iss sieker nit verkehrt.
Dün Dag gievet mol wuat anderes erre ‚hüh‘ unn ‚haar‘ unn ‚hott‘,
err‘ in Ställen rümmer kriupen, Fauerschneyn unn Schweynepott.
Nitt, err wann ey süß nix kännten err’ne Ossen un en Schweyn.
Dänn dät Wort vam dummen Biuern soll wuahl nitt mehr richtig seyn
Batt die nigge Teyt uss brenget in Mascheynen un Chemie
Häirt diän Biuern éuk te kümmern, fiärwes kümmet hey süß nie.
Hai mott Kéupmann seyn unn Dokter, Affekot unn Diplomat,.
Unn hei iß von allen Ständen doch dai wichtigste im Staat.
Denn hai währt uss aff den Hunger, schaffet Buuter, Fläisk unn Bräut.
Alle düse schoinen Saken fallet me nit in den Schéut.
Düchtig mutt dai Biuer aarben, mehr err mancher Andre wäit.
All die Viarrot in der Schuier kostet vielen siuren Schweit.
Duitsland mott sick selwer nähren, riuter halen, batt et kann,
usse Siuerländer Biuern stott doinnen iähren Mann.
Dätt dütt séu, euk in der Folge, legget niu in ugger Hand.
Ey sind mett diäm Grund unn Boden usses Kreises jo verwandt.
Wann dai Zukunft uch dai Huäwe ugger Ellern üwergitt,
mott ey uggen Stolz drinn setten, dät sai éuk erhallen blitt.
Domet wehr ey schwore Pflichten uch opp uggen Puckel lahn.
Doch datt draff uch nitt verdraiten, wahrt uch viér der Schlodderbahn.
Dütt kann awwer All nitt helpen, wann dätt Weyf nitt donoh iss.
Dann gatt ey trotz allem Quialen in die Wicken ganz gewiß.
Enne dücht’ge Biuersfrugge mott op jeden Biuernhuaf,
dai viör keiner Aarbet schugget, off sai feyn iss oder gruaf.
Sauwuart mait ey wuahl bedenken, junge Biuernsühne all.
Je nohdiäm, biu ugge Frugge, kümmet Opstieg oder Fall.
Haalt uch keine zimperliche Mäüdepuppe iut der Stadt,
séu ent konn ey doch nitt briuken, dät wäit garnitt biu unn batt.
Niahmet uch en Biuernmäiken, bat gehörig wuat verstäiht,
bat in Küke, Feld und Stalle düchtig Aantepacken wäit.
Lotet niu mol ugge Äugen in düm Saale rümmegohn,
ätwas van der Friggerige wehr ey jo wuahl all verstohn.
Saihet doch, bat schoine Däiärs, kräftig, munter unn gesund.
Ach, ne Frugge iuttesaiken, iss uch lichte macht gitzund.
Frögger waß dai Stiärkenhandel siu bequem unn äinfach nit.
Do kann enner bey diäm Friggen spiären, biu de Ruiens bitt.
Do kann séu’ne jungen Biuern léupen manchen Mätzgergank.
Viele Düärper affklabästern, erre hai dat Rechte fank.
Düse Sake licht te maken, kumm ey jedes Johr benäin.
Düttmol sinn ey niu hey uawen in dem Riuerdaal te saihn.
Vey wellt huapen, dät taum Glücke düse drürre Febberwar
liäwenslank beynander brenget mannich stöörig Biuernpaar.
Bat sick niu noh füftig Johren glücklich foihlt bey düsem Woort:
„Vey hätt Anno siewenundiartig uss in Velmede kennenlohrt!“
Niu seyd recht fidel unn lustig, bat uch stört, schlott in den Wind.
Weyset dät dey Biuersluie keine Spaßverdiärwers sind.
Lotet uch den Kaffe schmecken, ächterhiär ock andern Drunk.
Frögget uch dät jungen Liäwens, jeder iss ments ainmol junk.
Weyset ock hiärnoh beym Danzen regelrechten Biuernfleyt.
Un niu wünske ick uch Allen: rechten guuren Awweteyt!
Elise Friedrichs, Blüggelscheidt * 1924 + 2016
Ins Hochdeutsch übersetzt: Bauernball
Am 3. Februar 1937 in Velmede, ein Heiratsmarkt in der neuen großen Schützenhalle
Nehmet alle nun entgegen freundlichen Willkommensgruß.
Möge es euch recht gut gefallen, hier in unserem Schützenhaus.
Dass Ihr jungen Bauersleute euch mal alle kennenlernt,
seid ihr hier zusammengekommen, das ist sicher nicht verkehrt.
Heute gibt es mal was anderes als ‚hüh‘ und ‚haar‘ und ‚hott‘,
als in den Ställen rumzukriechen, Futterschneiden und Schweinetopf.
Nicht, als wenn ihr sonst nichts kennen würdet wie einen Ochsen und ein Schwein.
Denn das Wort vom dummen Bauern soll wohl nicht mehr richtig sein.
Was die neue Zeit uns bringet in Maschinen und Chemie,
hat den Bauern auch zu kümmern, vorwärts kommt er sonst nie.
Er muss Kaufmann sein und Doktor, Advokat und Diplomat;
und er ist von allen Ständen doch der wichtigste im Staat.
Denn er wehrt uns ab den Hunger, schafft Butter, Fleisch und Brot.
Alle diese schönen Sachen fallen ihm nicht in den Schoß.
Tüchtig muss der Bauer arbeiten, mehr als mancher andere weiß.
All der Vorrat in der Scheune kostet vielen sauren Schweiß.
Deutschland muss sich selbst ernähren, herausholen, was es kann.
Unsere Sauerländer Bauern stehen darin ihren Mann.
Dass dies, so auch in der Folge, liegt nun in eurer Hand.
Ihr seid mit dem Grund und Boden unseres Kreises ja verwandt.
Wenn die Zukunft euch die Höfe eurer Eltern übergibt,
müsst ihr euren Stolz drin setzen, dass sie auch erhalten bleiben.
Damit werdet schwere Pflichten ihr euch auf den Buckel laden.
Doch das darf euch nicht verdrießen, schützt euch vor der Schlotterbahn/Zitterbahn.
Dies kann aber all nichts helfen, wenn die Frau nicht danach ist.
Dann geht ihr trotz allem Quälen in den Abgrund ganz gewiss.
Eine tüchtige Bauersfrau muss auf jeden Bauernhof,
die vor keiner Arbeit scheut, ob sie fein ist oder grob.
Sowas müsst ihr wohl bedenken, junge Bauernsöhne all.
Je nachdem wie eure Frau ist, kommt der Aufstieg oder Fall.
Holt euch keine zimperliche Modepuppe aus der Stadt.
So eine könnt ihr doch nicht brauchen, die weiß gar nicht wie und was.
Nehmet euch ein Bauernmädchen, das gehörig was versteht.
Das in Küche, Feld und Stalle tüchtig anzupacken weiß.
Lasst nun mal eure Augen in dem Saale herumgehen.
Etwas von der Freierei werdet ihr wohl alle verstehen.
Seht doch, welche schöne Mädchen, kräftig, munter und gesund.
Ach, eine Frau auszusuchen ist euch heute leichtgemacht.
Früher war der Rinderhandel so bequem und einfach nicht.
Da konnt einer beim Freien spüren, wie die Hunde beißen.
Da konnt so ein junger Bauer laufen manchen Metzgergang,
viele Dörfer gehetzt ablaufen, ehe er die Richtige fand.
Diese Sache leicht zu machen, kommt ihr jedes Jahr zusammen.
Diesmal seid ihr nun hier oben in dem Ruhrtale zu sehen.
Wir wollen hoffen, dass zum Glücke dieser dritte Februar
lebenslang zusammenbringt manches prächtige Bauernpaar.
Welches sich nach fünfzig Jahren glücklich fühlt bei diesem Wort:
„Wir haben uns Anno siebenunddreißig in Velmede kennengelernt!“
Nun seid recht froh und lustig, -was euch stört, schlagt in den Wind,
zeigt, dass die Bauernleute keine Spaßverderber sind.
Lasset euch den Kaffee schmecken, hinterher auch anderen Trunk.
Freuet euch des jungen Lebens, jeder ist nur einmal jung.
Zeiget auch hernach beim Tanzen regelrechten Bauernfleiß.
Und nun wünsche ich euch allen: Richtigen guten Appetit!)
Viele Dorfvereine nutzen die neue Schützenhalle als kulturellen Dorfmittelpunkt













Pfarrer Kaspar Allebrod
Für seine besonderen Verdienste um den Bau der Schützenhalle wurde Pastor Kaspar Allebrod 1933 zum Ehrenmitglied der Schützenbruderschaft ernannt. Eine solche Würdigung hatte in der langen Geschichte der Bruderschaft noch kein Schütze erfahren. Als äußeres Zeichen der Anerkennung sicherten die Schützen Pastor Allebrod zu, dass künftig die Fahnen und Fahnenoffiziere bei kirchlichen Festtagen ihren Platz am Altar einnehmen würden und die Schützenbruderschaft die Musikkapelle bei den Prozessionen finanziert. Im Gegenzug schenkte der Pfarrer den Schützen die Bestuhlung des Theatersaals des Karl-Mosters-Hauses.
Nach 1900 wuchs das Dorf von 1300 auf über 2600 Bewohner im Jahr 1933 an. Neue Handwerksbetriebe und Lebensmittelgeschäfte siedelten sich entlang der Provinzialstraße an. Die Mitgliederzahl der Schützenbruderschaft wuchs von 258 im Jahr 1903 nach dem Zusammenschluss mit dem Schützenverein Bestwig auf 596 Mitglieder 1932 an.

Die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929 und eine beispiellose Agitation von rechts und links gegen die demokratische Ordnung brachte die Weimarer Republik ins Wanken. Bereits 1928 hatte sich im Gasthof Hegener in Bestwig eine Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei mit ihrer Sturmabteilung (SA), die in kurzer Zeit auf 80 Personen angewachsen war, gegründet. Auch 21 Velmeder gehörten zu den ersten Mitgliedern. Der seit den Landtagswahlen 1929 einsetzende Aufwärtstrend der NSDAP verstärkte sich mit den Reichstagswahlen 1930 und 1932 und mündete am 30. Januar 1933 in der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Durch die sofortige Gleichschaltung des Schützenwesens durch das NS-Regime fand die Aufbruchsstimmung der „goldenen 20er Jahre“ ein jähes Ende. Allein ländliche Gegenden im Rheinland, Münsterland und Sauerland mit ihrer noch stärker vorhandenen konservativen politischen Kultur wurden für kurze Zeit zum letzten Zufluchtsort einer von den Nationalsozialisten umgefärbten Schützenbewegung.



Schützenkönige 1931 – 1932
- 1931 Vinzenz Brüggemann
- 1932 Hubert Nieder
Gecks 1931 – 1932
- 1931 Josef Wrede
- 1932 Hubert Schnier
Quellenverzeichnis
Text:
- Franz Schörmann u.a. Aus der Geschichte des Kirchspiels Velmede, 1. Chronik der Schützenbruderschaft 1826 St. Andreas Velmede, Bestwig, Olsberg 1989, SS.31f
- Wolfgang Rinschen, 950 Jahre Velmede – 200 Jahre St. Andreas Schützenbruderschaft, Bestwig 2021, S. 18 ff
- Elise Friedrichs, Blüggelscheidt, aus der plattdeutschen Gedichtesammlung von Heidi Bamfaste
- Kohle, F. J., Gemeinde Velmede, Aus ihrer Vor- und Heimatgeschichte, 1958, S. 114 ff
- Bestwig, Chronik von Ort und Kirche, Bestwig 1994, S. 55, S.66
- Protokoll- und Kassenbücher und Satzungen der St. Andreas-Schützenbrüderschaft ab 1826
- Herbert Hesener, Glaube-Sitte-Heimat 75 Jahre Schauerländer Schützenbund 1929 – 2004, Meschede 2004
- Dietmann Sauermann u.a., Schützenwesen im kurkölnische Sauerland, Arnsberg 1983
Fotos:
- Wolfgang Rinschen, 950 Jahre Velmede – 200 Jahre St. Andreas Schützenbruderschaft, Bestwig 2021
- Fotoarchiv St. Andreas-Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig 1826 e.V.
- Fotosammlung Werner Nieder
- Privatarchiv Wolfgang Rinschen
- Fotoalbum von Alois Tusch
- Protokoll- und Kassenbücher der St. Andreas-Schützenbrüderschaft ab 1920
- Sammlung Zeitungsartikel Wolfgang Rinschen
