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St. Andreas Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig 1826 e.V.

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Aufbau unseres Vereinsarchivs war jahrelange Arbeit

Hinweis zum Zeitungsartikel: Die Einarbeitung der Chronik in die Webseiten ist sehr umfangreich und dauert noch eine Weile. Sie werden die Chronik dann unter „Die Bruderschaft“ -> Geschichte-> Chronik finden.

„Mit Fug und Recht kann die Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig heute für sich den Anspruch erheben, eines der umfassendsten Vereinsarchive und eine der umfangreichsten Chroniken im gesamten Sauerländer Schützenbund zu besitzen“, stellte der 1. Brudermeister der St. Andreas-Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig, Roland Burmann, pünktlich zum 200-jährigen Vereinsjubiläum jetzt ein bemerkenswertes Archiv und eine 12 bändige Chronik über die Geschichte der Bruderschaft der Öffentlichkeit vor. „Der Aufbau und die kontinuierliche Weiterführung eines Archivs muss für einen so wichtigen dörflichen Kulturträger wie unsere Schützenbruderschaft ein wichtiges Anliegen sein. Nur so kann gewährleistet werden, dass die eigene Geschichte erhalten und auch für spätere Generationen überliefert wird“, dankte der Brudermeister dem 1. Schriftführer Wolfgang Rinschen, der sich im Vorfeld des 200-jährigen Gründungsfestes über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren die Aufgabe gestellt hat, das materielle Gedächtnis der Schützenbruderschaft in Form des nun vorgestellten Archivs und einer digitalen Datenbank anzulegen. Der Arbeitsaufwand in der Aufbauphase des Archivs und das Verfassen einer hieraus resultierenden Chronik waren mit mehr als 4300 ehrenamtlichen Stunden beträchtlich. Sie sollen in Zukunft die Suche nach wichtigen Begebenheiten aus der Vergangenheit vereinfachen. Auf rund 3000 Seiten ermöglicht die neue Chronik in Wort und Bild ab sofort interessante Einblick in das über 500-jährige Vereinsleben. 4900 Abbildungen und Fotos halten dort die lange Geschichte lebendig.

„Die St. Andreas-Schützenbruderschaft kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bevor 1826 die ‚Schützengesellschaft zu Velmede‘ gegründet wurde, gab es bereits ab dem 15. Jahrhundert ein lebendiges Schützenwesen im Kirchspiel Velmede“, erinnert Rinschen an die Wurzeln im Spätmittelalter.  „Leider wurde die Identität der Velmeder Schützen 1816 von den hessisch-darmstädter Besatzungssoldaten verschleppt und bleibt trotz intensiver Nachforschungen bis heute unauffindbar.“ berichtet er. Dennoch ist es dem Heimathistoriker mit viel Forscherfleiß gelungen, eine ganze Reihe von Urkunden und Belegen aus der Zeit um 1450 bis ins Jahr 1826 zusammenzutragen und konnte so die Geschichte des Velmeder Schützenwesen vor der Neugründung im Juni 1826 zumindest in Teilen rekonstruieren. „So wurden beinahe 600 Jahre gelebter Gemeinschaft in Velmede wieder lebendig.“

Doch auch in der Vergangenheit der ‚Schützengesellschaft zu Velmede‘ wurde ab 1826 versäumt, wichtige Dokumente und Schriftstücke, Urkunden oder in späterer Zeit Fotos und Berichte systematisch zu archivieren. So trug Wolfgang Rinschen zunächst verstreute Archivalien, die sich kartonweise auf Dachböden in längst vergessenen Ordnern angesammelten hatten, zusammen. Wiederholte Aufrufe bei Vorstandssitzungen und Hauptversammlungen, Hilferufe in der Presse und persönliche Nachfragen bei älteren Schützenbrüdern und Mitbürgern förderten eine Reihe von Loseblatt-Sammlungen und vergilbten Fotos zu Tage.

Nach der Sichtung und Beurteilung, was archiviert werden soll, hat er die vorliegenden Archivalien zunächst nach vereinsspezifischen Aspekten chronologisch nach Jahrgängen geordnet. Neben Kassen- und Protokollbüchern, die bis ins Gründungsjahr der St. Andreas-Schützenbruderschaft zurückreichen, füllen nun historischen Unterlagen wie Broschüren, Akten und Urkunden, Mitgliederlisten, Medien wie Fotos, Zeitungsberichte, Filme, Videos oder Plakate über 30 Ordner.

„Etwa 10000 Archivalien wurden von Wolfgang Rinschen geordnet, gescannt oder abfotografiert und in ein beeindruckendes digitales Archiv übertragen. Diese Datenbank umfasst heute mehr als 50000 Erinnerungen, die einen wichtigen Bestandteil unserer Geschichte darstellen. Sie helfen, unsere Wurzeln nicht zu verlieren“, weist der Geschäftsführer der Schützenbruderschaft Velmede-Bestwig, Johannes Meschede, auf das enorme Arbeitspensum hin, dass hinter Archiv und Chronik stecken.

„Als besondere Herausforderung erwies sich über die Jahre das Einlesen in historische Handschriften, das Durchforschen staatlicher, städtischer und privater Archive, sowie das Lesen historischer Schriften über die Geschichte des kurkölnischen Sauerlandes und des Schützenwesens in Westfalen“, erinnert sich Wolfgang Rinschen, der heute das lebendige Gedächtnis der St. Andreas-Schützen ist. „Einen erheblichen Zeitaufwand forderten auch das digitale Restaurieren und Aufarbeiten von längst vergilbten Urkunden oder Fotos.“

Aufbewahrt werden das Vereinsarchiv und die Chronik der St. Andreas-Schützenbruderschaft künftig in einem angemessenen historischen Rahmen. Auf der ehemaligen Musikbühne der Schützenhalle wurde ein uralter Eichenschrank aus dem Jahr 1750 aufgestellt, der nun das Vereinsgedächtnis beherbergt. Dieser Schrank stammt von „Hägers Hof“ an der Oststraße und war im Besitz von Kaspar Körner, dem Velmeder Schützenkönig von 1874.

Wolfgang Rinschen vermutet, dass noch manch historischer Schatz gehoben werden kann. Darum bittet er weiterhin um Mithilfe. Sollte noch jemand alte Fotos oder ganze Fotoalben, Unterlagen oder Zeitungsberichte aus der Geschichte der Schützenbruderschaft besitzen, wäre er dankbar, dass sie ihm zum Kopieren überlassen werden.

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